aufnahme III.2o17 text scardanelli musikalische fassung alexander christou dante erwacht sind sie gegangen alle sind denn alle gegangen von diesem stern wie wesen des endes und endend verwest gegangen sind alle erlegen dem atem dem atom der metaphysik von mikroben den seuchen verratener sprache erloschen die menschheit gemurmel und raunen von jahrmillionen verebbt wie wellen von weltwirren von künstlichen nächten aus seufzern und neonpupillen erhoben und gestürzt von dichtung und krieg die dauernden tode aller menschenseelen dichtung und krieg diese unaufhörlichen glutgebärenden magnetismen des ganzen seins im nichts . . . FULL STOP . . . sie aber die anderen wesen werden noch dasein zaubrisch und streng wild und ernst sie werden noch dasein die fliegenden im nachhinein und meerüber schneeüber blutüber sinnüber boten der schwebung ruhe und ahnung einer schwarzhauchenden gottheit mit erdabgeworfenen mänteln wolkenschlagende luftleiber vielleicht sie werden noch dasein die zugvögel auf steigendem lichtkurs die unbeirrbaren mit den polargesängen zu finden den ort aller geburt den ersten keim der dem nichts vorausging die quellen jenes grüns vom galaktischen urland und rettende labsal von jeher hohe grazile vokabeln der himmelsluft nackte trägerinnen schamanischer zeichen mystischer sphärenfedern ein allgerichtetes singen ein rauschen sirrender finsternisse liturgien der lichtjahre über den leeren pyramiden von gizeh den stummen glocken von rom dem marmorzersprengten moses dem säulenstumpf von palmyra der staubschrift der sandträne der erstickenssilbe der ersten scherbe von hammadi über dem letzten buch aus silikon und über deiner haut entkleidet und dann überdeckt von fetzen aus runen aus pergament und aus titan schädelscherben abgebrochen vom hals der menschheit vom kitsch aller gespiegelter welten nanosplitter partikel von mutationen waffen und asche und schreie verglüht unter der welle aus kosmischem staub . . . FULL STOP . . . und warst nicht auch du voller gewalt und unverstand und mundfäulnissen und erbarmungslos geistesverwaist und ohne auftrag in der lauten sklaverei dauernder gegenwart und unter die schatten verbannt von maschinenfurien drohnenjagden niedergerissen von metropolenfiebern wie nach unten geschichteter gebetsstein deiner missbrauchten zeit im all begattend ein mordendes natterngezücht das ungeheuer des endlichen schönen menschen oder die rampe einer wannseekonferenz begattend begötternd den wieder und wieder entflammten garten aus eden und asche rasse und kreuzesmord o ungestillte hungerträume brotfossilien bakterienphiolen o goldene masken des todes überall und blendung und verlangen deiner angst nach den foltern blutströmender leiber den grausamen narbensälen nervenkatakomben unsterblichkeitschimären kosmischen fötenbränden strahlensystemisch den stummen embryonenfluten entlang den nabelschläuchen den knotennetzen einer irrgeschrieenen entzündungsendlichkeit kot und knochen und raumschiffe astraler opferaltäre kadaver der gedanken elliptischer müll wie träume deines verwesten schweigens zum grund von ozeanen gesunken aas und frass für anemonenheere monster und monstranz seltenster erden . . . FULL STOP . . . sind sie gegangen alle sind denn alle gegangen von diesem stern wie wesen des endes und endend verwest was aber hiesse es denn einen menschen zu finden der vernähme wie urvergangenes wie tonarchaisches wie universen von tränensymphonien wie ahnende vor allen sonnen entfaltete urnacht urnacht urnacht vernähme noch die botschaft der blüte im raum den ersten einmaligen gesang vom jenseitsvertrauen der zeigerlosen zeit vom herzmagma jenseits des keils und der schrift den keim der elemente und samen aller tode das urteil der farbe aus sich selbst den thron des ungedachten galaktischen neurons und er wie die zugvögel auf steigendem lichtkurs verwandelnd das brandende stöhnen der ganzen welt das wahnsinnige requiem der sterne schon ausserhalb der verfinsterung aller sprachen verwandelnd ZU WAS ZU WAS ZU WAS . . . . . . und kehrte noch einmal zurück wortvoraus allvoraus flügelvoraus mit jenem ersten gedanken es könnte der baum noch dasein ungeheuer und wurzelnd noch immer im nichts der baum inmitten der leere des paradieses es könnten noch dasein kerne vom leben vom tod und botenstoffe blumendüfte geheime rinnsale allerfrischende von der unendlichkeit zuinnerst edenelegisch und unverlassen und brächte mit göttlichen gesten brächte heim nach jahrmillionen nach einer sekunde eines je gelebten lebens die ewigkeitsfrucht äusserster erkenntnis innersten mutes wie eine unvordenkliche silbe der schöpfung und heilung öffnete ins unzerstörbare die bejahung der wandlosen nacht . . . FULL STOP . . . denn erblindet am glutstaub der kometenwirbel an fernstem eis von feuergedanken entzündet schützte ihn mit atemflügeln getragen allein von todinnerstem tod von ahnungsakkorden raumhin traumhin allkühlend allemal es schützte ihn DER WINDFÄCHER DES HEILIGEN WORTES und zarteste blumen der milchstrassen wie sanfteste wälder von mauersteinkraut schweigend mit sternweissen blütenkronen arabidopsis halleri heilten giftwandelnd und heiterwiegend heilten aller sterbenszungen metallischen mord . . . was hiesse es also zu finden einen solchen menschen oder anders gefragt wer würde es wagen in diesem äussersten sinn in diesem strom jenseits der endlichen sonnenwunde und zweifelnder geste einer hand aus fleisch und wut einer von antwort detonierten moderne jenes heilige jene träne des unaufhörlichen auges abzutun abzutun als blossen göttlichen spleen zu höhnen wiederum mit dem sterbensgelächter dem fratzengrinsen dem ichgeheul zu höhnen jenem windfächer des wortes jenem eisvulkan jenem meeresschnee einer vokabel meerüber schneeüber blutüber sinnüber . . . FULL STOP . . . oder wäre auch jener mensch den zu finden einer sich vorstellte wäre also auch er wieder nichts als ein stürzender engel von zu weit von zu nahe gekommen ins irrgestöber entäussert und erinnert hoffnungschimärisch ein kreisender stotternder wahngott der zuhielte im rausch fremdester schemen wie enthäutet und ohne organe gehöhlt zuhielte auf die wundkruste dieses sterns auf das niemals und das immerzueinmal seiner selbst und für immer entsagt mit der noch niemals gerufenen zu niemandes dasein berufenen formel LIEBE LIEBE LIEBE . . . FULL STOP . . . . . . und zerschellte namlos als ein letzter ein letzter ein letzter ungeboren wie tonloses lachen eines rasenden rachens ungeboren von jeher und unentzifferbar zerschellte als ein erster ein letzter unerhört an seinem nichts I. 2o17 scardanelli

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aufnahme III.2o17 text scardanelli musikalische fassung alexander christou dante erwacht sind sie gegangen alle sind denn alle gegangen von diesem stern wie wesen des endes und endend verwest gegangen sind alle erlegen dem atem dem atom der metaphysik von mikroben den seuchen verratener sprache erloschen die menschheit gemurmel und raunen von jahrmillionen verebbt wie wellen von weltwirren von künstlichen nächten aus seufzern und neonpupillen erhoben und gestürzt von dichtung und krieg die dauernden tode aller menschenseelen dichtung und krieg diese unaufhörlichen glutgebärenden magnetismen des ganzen seins im nichts . . . FULL STOP . . . sie aber die anderen wesen werden noch dasein zaubrisch und streng wild und ernst sie werden noch dasein die fliegenden im nachhinein und meerüber schneeüber blutüber sinnüber boten der schwebung ruhe und ahnung einer schwarzhauchenden gottheit mit erdabgeworfenen mänteln wolkenschlagende luftleiber vielleicht sie werden noch dasein die zugvögel auf steigendem lichtkurs die unbeirrbaren mit den polargesängen zu finden den ort aller geburt den ersten keim der dem nichts vorausging die quellen jenes grüns vom galaktischen urland und rettende labsal von jeher hohe grazile vokabeln der himmelsluft nackte trägerinnen schamanischer zeichen mystischer sphärenfedern ein allgerichtetes singen ein rauschen sirrender finsternisse liturgien der lichtjahre über den leeren pyramiden von gizeh den stummen glocken von rom dem marmorzersprengten moses dem säulenstumpf von palmyra der staubschrift der sandträne der erstickenssilbe der ersten scherbe von hammadi über dem letzten buch aus silikon und über deiner haut entkleidet und dann überdeckt von fetzen aus runen aus pergament und aus titan schädelscherben abgebrochen vom hals der menschheit vom kitsch aller gespiegelter welten nanosplitter partikel von mutationen waffen und asche und schreie verglüht unter der welle aus kosmischem staub . . . FULL STOP . . . und warst nicht auch du voller gewalt und unverstand und mundfäulnissen und erbarmungslos geistesverwaist und ohne auftrag in der lauten sklaverei dauernder gegenwart und unter die schatten verbannt von maschinenfurien drohnenjagden niedergerissen von metropolenfiebern wie nach unten geschichteter gebetsstein deiner missbrauchten zeit im all begattend ein mordendes natterngezücht das ungeheuer des endlichen schönen menschen oder die rampe einer wannseekonferenz begattend begötternd den wieder und wieder entflammten garten aus eden und asche rasse und kreuzesmord o ungestillte hungerträume brotfossilien bakterienphiolen o goldene masken des todes überall und blendung und verlangen deiner angst nach den foltern blutströmender leiber den grausamen narbensälen nervenkatakomben unsterblichkeitschimären kosmischen fötenbränden strahlensystemisch den stummen embryonenfluten entlang den nabelschläuchen den knotennetzen einer irrgeschrieenen entzündungsendlichkeit kot und knochen und raumschiffe astraler opferaltäre kadaver der gedanken elliptischer müll wie träume deines verwesten schweigens zum grund von ozeanen gesunken aas und frass für anemonenheere monster und monstranz seltenster erden . . . FULL STOP . . . sind sie gegangen alle sind denn alle gegangen von diesem stern wie wesen des endes und endend verwest was aber hiesse es denn einen menschen zu finden der vernähme wie urvergangenes wie tonarchaisches wie universen von tränensymphonien wie ahnende vor allen sonnen entfaltete urnacht urnacht urnacht vernähme noch die botschaft der blüte im raum den ersten einmaligen gesang vom jenseitsvertrauen der zeigerlosen zeit vom herzmagma jenseits des keils und der schrift den keim der elemente und samen aller tode das urteil der farbe aus sich selbst den thron des ungedachten galaktischen neurons und er wie die zugvögel auf steigendem lichtkurs verwandelnd das brandende stöhnen der ganzen welt das wahnsinnige requiem der sterne schon ausserhalb der verfinsterung aller sprachen verwandelnd ZU WAS ZU WAS ZU WAS . . . . . . und kehrte noch einmal zurück wortvoraus allvoraus flügelvoraus mit jenem ersten gedanken es könnte der baum noch dasein ungeheuer und wurzelnd noch immer im nichts der baum inmitten der leere des paradieses es könnten noch dasein kerne vom leben vom tod und botenstoffe blumendüfte geheime rinnsale allerfrischende von der unendlichkeit zuinnerst edenelegisch und unverlassen und brächte mit göttlichen gesten brächte heim nach jahrmillionen nach einer sekunde eines je gelebten lebens die ewigkeitsfrucht äusserster erkenntnis innersten mutes wie eine unvordenkliche silbe der schöpfung und heilung öffnete ins unzerstörbare die bejahung der wandlosen nacht . . . FULL STOP . . . denn erblindet am glutstaub der kometenwirbel an fernstem eis von feuergedanken entzündet schützte ihn mit atemflügeln getragen allein von todinnerstem tod von ahnungsakkorden raumhin traumhin allkühlend allemal es schützte ihn DER WINDFÄCHER DES HEILIGEN WORTES und zarteste blumen der milchstrassen wie sanfteste wälder von mauersteinkraut schweigend mit sternweissen blütenkronen arabidopsis halleri heilten giftwandelnd und heiterwiegend heilten aller sterbenszungen metallischen mord . . . was hiesse es also zu finden einen solchen menschen oder anders gefragt wer würde es wagen in diesem äussersten sinn in diesem strom jenseits der endlichen sonnenwunde und zweifelnder geste einer hand aus fleisch und wut einer von antwort detonierten moderne jenes heilige jene träne des unaufhörlichen auges abzutun abzutun als blossen göttlichen spleen zu höhnen wiederum mit dem sterbensgelächter dem fratzengrinsen dem ichgeheul zu höhnen jenem windfächer des wortes jenem eisvulkan jenem meeresschnee einer vokabel meerüber schneeüber blutüber sinnüber . . . FULL STOP . . . oder wäre auch jener mensch den zu finden einer sich vorstellte wäre also auch er wieder nichts als ein stürzender engel von zu weit von zu nahe gekommen ins irrgestöber entäussert und erinnert hoffnungschimärisch ein kreisender stotternder wahngott der zuhielte im rausch fremdester schemen wie enthäutet und ohne organe gehöhlt zuhielte auf die wundkruste dieses sterns auf das niemals und das immerzueinmal seiner selbst und für immer entsagt mit der noch niemals gerufenen zu niemandes dasein berufenen formel LIEBE LIEBE LIEBE . . . FULL STOP . . . . . . und zerschellte namlos als ein letzter ein letzter ein letzter ungeboren wie tonloses lachen eines rasenden rachens ungeboren von jeher und unentzifferbar zerschellte als ein erster ein letzter unerhört an seinem nichts I. 2o17 scardanelli